Übers Werden, Sein und Vergehen

Wer einmal an der Nordsee war und dort Sanddünen beobachtet hat, war Zeuge eines Prozesses. Meer und Wind sind Baumeister, sie formen den Sand, ergreifen Besitz und hinterlassen eine immer wieder neue Anordnung. Die Düne wird, sie ist, sie vergeht. Nie ist die Zusammensetzung gleich, wenn du nur wenige Stunden später dort bist, kann sich schon alles geändert haben. Immer im Rhythmus, den die Natur vorgibt.

Das Meer ist dabei die unheimlichste Gewalt. Es ist Lebensraum und Todeszone zugleich, gibt Kraft und nimmt sie. Im Sonnenschein glitzert die Oberfläche, bei seichtem Wind kräuselt sie sich leicht. Wie ein Lockruf wirkt dieses Bild, man möchte in diesem ruhigen Gewässer schwimmen, sich erfrischen und mit einem Gefühl der Unbesiegbarkeit wieder an Land kommen. Allein dieses Gefühl von grenzenloser Freiheit, wenn man es nur sieht. Und gleichzeitig die Gewissheit, dass man nur ein kleiner Grashalm auf einer Wiese ist.

Und immer wieder begegnet man dem Kreislauf. Ebbe. Kleine Krebse und Quallen bleiben zurück. Sie sind im Meer geworden, sie sind auf dem Trockenen, sie werden vergehen. Dazwischen die Urlauber, die für Daheimgebliebene und für sich selbst Muscheln Souvenirs aus ihrem natürlichen Habitat entnehmen. Reminiszenzen an eine vergangene Zeit, die doch so endlos schien. Doch noch sind wir hier, geniessen die völlig klare Luft und atmen tief durch. Denn auch wir wurden, wir sind und werden vergehen. Doch das Sein wird uns niemand nehmen.

Die Buzzfeedisierung des Internets

 

Zu meiner Zeit™ war das Internet ein bunt leuchtendes Paradies für Eingeweihte, sicherlich mit deutlich limitierten Möglichkeiten im Vergleich zu heute, dafür mit einer Vielfalt an interessantem und spannenden (weil neuen) Content. Es war einfach ein wunderbarer Umstand, dass nicht jede Arschkrampe ein öffentliches Forum hatte. Das sorgte für eine ganz besondere Stimmung, die ich immer als sehr angenehm empfand.

Dann kam irgendjemand auf die Idee, dass man die Anschlüsse an Computern farblich kennzeichnen müsse, damit auch Laien in der Lage wären, solch ein Gerät in einen betriebsfähigen Zustand zu bringen. Heutzutage erreicht man den selben Effekt durch Reduktion bei den Anschlüssen (2 USB, Strom, Audio – fertig ist der Lack). Die Folge war verheerend: Auf einmal fand eine Invasion der Ahnungslosen, der Generation Sharing statt. Dieser Mob der Teilwütigen hat nur ein Ziel: den immer gleichen Content an die digitalen Plakatwände des Netzes zu schmieren. Die Krone dieser No-Brain-Bewegung ist Buzzfeed.

Buzzfeed ist nach seinem Selbstverständnis ein journalistisches Angebot, das unterhaltsamen Content bündelt und mit mehr oder weniger sinnfälligen Überschriften versieht. Blöd nur, dass das Content ist, der schon x-mal hochgewürgt und wiedergekäut wurde. Sprich, wenn Buzzfeed es postet, hat jeder User es schon dreimal auf anderen Portalen gesehen. Mal ganz abgesehen davon, dass derartige Aggregation kaum als Journalismus bezeichnet werden kann. Gott sei Dank ist es der Generation Like egal und Buzzfeed sitzt auf seinem aus Elfenbein geschnitztem Thron und herrscht milde und gütig über seine User, die es tagtäglich mit seinem zusammengeklaubten Inhalt erfreut. Dass dabei die Vielfalt flöten geht – wen kümmert es? So kann man ja furchtbar viel Geld machen, zumindest solange das Geschäftsmodell trägt und die User die Herrschaft tolerieren.

Aber: Von mir aus sollen die Ritter der Langeweile weiter machen. Gerne dürfen sie auch in 50 Jahren noch ihren publizistischen Schunder unter die Leute bringen. Denn es kann keine bessere Strafe für diese „Autoren“ geben, als bis an ihr Lebensende im eigenen geschaffenen System in Knochenarbeit irgendwelche halblustigen Bilderchen zusammen zu klicken und blöde Kommentare zu schreiben.

01102015

Zeit ist ein gewichtiges Wort. Zeiten ändern sich, bestimmte Dinge müssen zeitig erledigt werden: Man nimmt sich oft zu wenig davon, aber hätte gerne mehr von ihr. Sie verrinnt oder fliegt vorbei. Ich hoffe, du hast Zeit für mich.

Post für Elmar H.

Der ein oder andere Leser kann sich bestimmt an den Moderator Elmar H. erinnern, der für durchaus kontroverse Aussagen bekannt geworden ist. H. treibt auch auf Facebook sein Unwesen und glänzt durch vorverurteilende Postings gegen Menschen, die anderer Herkunft sind, andere sexuelle Identitäten oder eine konträre (linke) Gesinnung besitzen.

Nachdem Facebook trotz mehrfacher Meldungen sich nicht in der Lage sieht, die schändlichen Pamphlete von Elmar H. ins digitale Nirvana zu beamen, habe ich mich entschlossen, mich der Sache anders anzunähern. H. arbeitet aktuell für einen Radiosender namens Top20radio, der folgenden Satz auf seiner Website stehen hat:

Dabei unterstützt Top20radio die Generation Y und deren zahlreiche Aktionen für mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und mehr Demokratie. Top20 positioniert sich gegen Rassismus, Ungerechtigkeiten und Vorverurteilungen.

Klingt gut, allerdings passt da das Engagement von H. als Moderator und Produzent nicht ins Bild. Daher habe ich per Mail nachgefragt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Website Ihres Programms Top20radio kann man im Impressum lesen:

„Dabei unterstützt Top20radio die Generation Y und deren zahlreiche Aktionen für mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und mehr Demokratie. Top20 positioniert sich gegen Rassismus, Ungerechtigkeiten und Vorverurteilungen.“

Das klingt sehr gut, leider stellt sich mir die Frage, wie man bei solch einer Positionierung es zulassen kann, dass Elmar H. als Moderator & Produzenten wirken darf, der auf seiner Facebook-Seite ganz eindeutig gegen Minderheiten, Andersdenkende und –lebende hetzt. Ich persönlich finde es unerträglich, dass jemand mit so unsolidarischen Einstellungen die Möglichkeit bekommt, sich öffentlich zu präsentieren und seine vorverurteilenden Kommentare publizieren zu dürfen. Mit der von Ihnen als Stilmittel genannten Satire hat das nichts mehr zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

Mal schauen, ob ich eine Antwort bekomme und wie sie ausfallen wird. Mir ist gleich, ob es nur ein Tropfen auf dem sprichwörtlich heißen Stein ist. Solche Gesinnung muss man nicht tolerieren.

31052015

Das war also der Geburtstagsmonat. Ging flott rum und es passierten viele gute Dinge. In 10 Wochen ist das nächste Highlight, zwei Wochen auf der Insel. Wir freuen uns so sehr, da kann sich kein Mensch eine Ausstellung im Louvre von machen. Also dann, auf zur nächsten Etappe.

Red red wine…

Seit ungefähr einem Jahr habe ich Wein für mich entdeckt. Insofern ungewöhnlich, als dass ich vorher mit ihm nichts anzufangen wusste und der Gedanke an ein schnörkelloses, bevorzugt herbes Bier mir immer eher behagte.

Es hat wohl damit zu tun, dass der Prozess der Nahrungsaufnahme für mich immer Mittel zum Zweck ist und ich einfach nicht die Geduld für den Genuss in seiner schönsten Form habe. Sich in Ruhe hinsetzen, das Essen zelebrieren und dabei ein Glas Wein trinken ist einfach nicht mein Ding. Dafür wurde mir das zu wenig vorgelebt.

Mittlerweile ist Wein aber für einen Abend am Wochenende eine ganz nette Alternative zum Bier geworden. Es könnte wohl auch daran liegen, dass ich mit zunehmenden Alter einen anderen Geschmack entwickele. Momentan liege ich aber eher noch zwischen lieblich und halbtrocken, trocken ist mir noch zu krass. Dabei scheinen badische Weine ganz gut zu sein, der schwere Kopf am nächsten Morgen bleibt immer aus.

Meine Idee ist es, mal ein Weinseminar zu besuchen und ein bisschen mehr über das Thema zu erfahren. Nach allem, was ich bisher weiß, ist es mit „Ich nehme einfach die Flasche für 3,99, das wird schon passen!“ nicht getan. Ich trinke gerade, während ich diese Zeilen verfasse, einen roten Dornfelder, der nachdem ich ein Stück würzigen Käse aß, tatsächlich besser schmeckt. Es muss also etwas an den Hinweisen auf dem Ettikett dran sein.

Wein ist also komplexe Materie. Wenn du einmal dein Lieblingsbier gefunden hast, schmeckt es dir immer, zu jeder Mahlzeit. Bei Wein ist das Verhältnis zur Speise eben sehr granularer, je nach Fleisch/Fisch staffelt sich eine riesige Auswahl, die den Novizen schier überfordert. Allein deshalb will ich mir mehr Wissen zum Thema aneignen.  Wenn man schon einmal ein gutes Essen auf den Tisch stellt, soll der Inhalt des Glases ja wenigstens gut dazu passen.

22042015

Fremdspannungen sind scheiße. Besonders dann, wenn diese eine Telefonleitung zum Erliegen bringen. Noch beschissener ist es, wenn der Techniker zum versprochenen Termin nicht kommt. Und absolut beschissen ist es, wenn es für das Nicht-Erscheinen keine Erklärung gibt. Das muss dieses „Service“ sein, von dem alle neuerdings sprechen.

16042015

Die korrekte Verwendung von großen und kleinen Buchstaben kann einen erheblichen Unterschied ausmachen. Beispiel:

Wasser ist schlecht für Kerzen, davon können sie ausgehen.
Wasser ist schlecht für Kerzen, davon können Sie ausgehen.

14042015

Vorgestern schrieb ich ja über Tweeki. Es ist gar nicht mal so scheiße, aber einige Funktionen fehlen doch. Und Timeline-Streaming ist auch eher Glückssache. Schade eigentlich. Weil es aber besser als nix ist, behalte ich den Client. Irgendwann lernt man ja, den Mangel zu verwalten.

12042015

Einen guten Twitter-Client für Windows finden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Entweder wurden die guten Apps gekauft und von Twitter total versaut oder durch die Token-Limitierung ins Aus getrieben. Ich probiere es jetzt nochmal mit Tweeki, richtig überzeugt bin ich aktuell aber nicht. Mal sehen, wann dieser Client auch dran glauben muss.